Wenn man an Herzenshärte, massiver Selbstverurteilung, Bedenken oder abscheulichen Gedanken leidet
Was muss ein Christ tun?

Can I understand the Bible?

By Grantley Morris


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Wenn man von Dingen wie Herzenshärte, verheerenden Gefühlen von Schuld und Verdammnis oder den abscheulichsten Gedanken entsetzlich geplagt wird, was sollte ein Christ dann tun? Nichts. Ja, sie haben richtig gelesen.

chilled out cat

Christen haben so viel worüber sie sich Gedanken machen müssen, dass sie fast so gestresst sein müssten wie meine Katze. Trotz eines überwältigenden Drangs in Panik zu verfallen, um Vergebung zu bitten, zu einem Pfarrer zu rennen, sich fertig zu machen oder zu glauben man sei verdammt, ist der, Christus am meisten verherrlichende, Gegenangriff auf solche Gefühle alles zu tun was man kann um sie zu ignorieren.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass die Entscheidung in dieser Situation nichts zu tun sowohl außerordentlich schwierig als auch das exakte Gegenteil dessen ist was sich als adäquate Antwort anfühlt. Bedenken sie jedoch, wäre die Antwort das zu tun was man natürlicherweise tun würde, dann würden sie dies nicht lesen, sie hätten diese Angriffe schon längst überwunden. Sie brauchen einen gänzlich anderen Weg die Sache anzugehen – wohl sogar Einen den sie überhaupt noch nicht in Betracht gezogen haben.

Unabhängig wie intensiv, andauernd und wiederholt ihre grauenhaften Gefühle oder Gedanken sind, ist es doch absolut ungefährlich sie so zu behandeln als würden sie nicht existieren oder als wären sie nie passiert. So schockierend das auch scheinen mag, sie sollten sie so betrachten als hätten sie nicht die geringste Bedeutung.

Sie haben sich so sehr daran gewöhnt sich von diesen Dingen beunruhigen zu lassen, dass mit Angst darauf zu reagieren zu einer tiefsitzenden, blinden Angewohnheit wurde. Und Angewohnheiten sind schwer loszuwerden. Tatsächlich kann keine Angst zu haben, so lächerlich es auch ist, beängstigend scheinen. Es ist Zeit den Kreislauf zu durchbrechen indem sie sich dazu entscheiden sich so zu verhalten als würden diese Gedanken und Gefühle nicht einmal geschehen. Interagieren sie in keiner Weise mit ihnen. Fürchten sie sie nicht, schämen sie sich ihrer nicht oder sorgen sie sich wegen ihnen nicht oder kämpfen sie nicht gegen sie. Bitten sie noch nicht einmal um Vergebung. Bleiben sie einfach so entspannt und unbekümmert wie sie können und machen sie weiter.

Panisches Verhalten führt nicht nur zu nichts Positivem, es bewirkt sogar das Gegenteil. Es steigert die Angst, indem es die Lüge im Kopf untermauert, dass es wirklich etwas gäbe vor dem man Angst haben müsste.

relax

Nichts zu tun heißt nicht nichts zu wollen. Es heißt natürlich nicht alles Verlangen zu verlieren Gott zu gefallen. Es heißt die Vorstellung aufzugeben menschliche Bemühungen könnten jemals jemanden retten. Es heißt auch nicht Gott aufzugeben. Im Gegenteil, es heißt mehr als je zuvor an Gott zu glauben – nicht nur an seine Macht und seinen Willen manchen Menschen zu vergeben, sondern an seine Macht und seinen Eifer ihnen, so wie sie im Moment sind, zu vergeben, ganz egal wie schlimm sie es verpatzt haben.

Es heißt alle Hoffnung aufzugeben dass jemals jemand gut genug für Gott sein wird und sich darauf auszurichten dass Hoffnung auf und Glaube an Gott für sie gut genug, machtvoll genug und liebevoll genug sind. Hören sie auf zu denken sie müssten versuchen irgendwelche Unzulänglichkeiten oder eine mangelnde Bereitschaft bei Gottes Fähigkeit sie zu retten, auszugleichen. Erkennen sie stattdessen dass der allmächtige Gott der Liebe unendlich viel mehr ist als sie je benötigen werden um jede ihrer Unzulänglichkeiten zu überwinden, ganz gleich wie ekelhaft oder extrem ihre Unzulänglichkeiten jemals werden könnten.

Er ist ihr himmlischer Vater, der perfekte Beschützer der jeden menschlichen Versuch einer Elternschaft vollkommen übertrifft. Er ist der Liebende und Kompetente, sie sind der hilflose Säugling. Egal wie sehr wir in Christus wachsen, sie und ich werden immer vollkommen auf ihn angewiesen bleiben und er wird der Aufgabe immer gewachsen sein. In Christus ist die Kraft und das Bestreben des Allmächtigen zu vergeben immer unbegrenzt größer als ihre Fähigkeit die Dinge zu verderben. Ganz egal wie leidenschaftlich und verzweifelt sie sich nach Gottes Annahme sehnen, seine Sehnsucht sie anzunehmen und seine Kraft dies zu tun ist doch erstaunlich viel größer. Und das ist alles was zählt.

Wie bereits an anderer Stelle erklärt, haben eine Unmenge von Menschen eine Zwangsstörung ohne es je auch nur zu bemerken und dies ist genau die Schwäche die der Feind unserer Seelen ausnutzt wenn Christen von Zweifeln, ungewollten Gedanken und so weiter, geplagt werden. Lassen sie uns dies aus geistlicher Sicht betrachten: Zwangserkrankungen sind angstgesteuert, was zu dem führt was die Bibel ‚Werksgerechtigkeit‘ nennt – unser eigener verzweifelter Versuch uns selbst zu retten.

Was Nichtstun für Christen zum perfekten Gegenangriff macht ist, dass Glaube das geistliche Gegenteil von Beiden, Angst und Werksgerechtigkeit, ist. Als Antwort auf diese Angriffe ganz bewusst nichts zu tun ist Glaube in Aktion. Es legt dem gesamten Geisterreich dar, dass es nichts gibt was man fürchten müsste und dass Jesus, nicht ihre Bemühungen, ihr Retter ist.

Die Symptome zu bekämpfen erweckt den Anschein zu helfen, weil diese dadurch Zeitweise gelindert werden können. Die traurige Wahrheit ist jedoch, dass es diese letztendlich sogar verschlimmert, indem es die nicht geistliche Vorstellung verstärkt, sie sollten aus der Angst heraus handeln als vielmehr aus dem Glauben heraus. Da Angst das Problem befeuert müssen sie das Feuer löschen. Stattdessen schürt der krampfhafte Kampf gegen die Symptome – zu reagieren als gäbe es etwas zu fürchten – das Feuer und heizt das Problem so an.

* * *

Auf einer der vorigen Webseiten erwähnte ich dass ich einmal hyperventilierte. Lassen sie mich beschreiben was passierte. Es veranschaulicht lebhaft weshalb sich dazu zu entscheiden nichts zu tun die optimale Antwort ist wenn man von Zweifeln, abscheulichen Gedanken und so weiter in Schrecken versetzt wird.

Ich fühlte mich ein wenig unwohl und begann meine Aufmerksamkeit auf meine Atmung zu richten. Ich dachte ich brauche ein wenig mehr Luft, daher atmete ich etwas tiefer. Das schien nicht zu helfen, deshalb atmete ich besonnen noch tiefer. Das wiederum führte zum Gefühl dass ich noch mehr Luft benötige. Ich atmete noch schneller und tiefer. Bald war ich in einem Teufelskreis gefangen in dem ich keuchend versuchte mehr und mehr Luft zu bekommen. Dann begannen sich meine Hände unkontrolliert zu verkrampfen und wurden taub. Ich dachte ich hätte einen Schlaganfall, was mich noch mehr in Panik verfallen lies, was wiederum meine Atmung zusätzlich beeinflusste. Jemand mit Krankenpflegeerfahrung stülpte mir eine Papiertüte über den Kopf (was heutzutage nicht mehr empfohlen wird). Da ich ganz sicher war mehr Luft zu benötigen, versuchte ich mich aus ihr zu befreien.

Als alles vorbei war verblüffte es mich zu erfahren dass der gesamte Vorfall von Angst gesteuert war. Es schien als hätte jeder Teil von mir nach mehr Luft geschrien und dass ich einen, medizinisch gesehen, gefährlichen Vorfall hatte. Es stellte sich jedoch heraus dass ich gar nicht mehr Sauerstoff benötigte, sondern in Wirklichkeit zu viel aufgenommen hatte. Ich hätte mich nur beruhigen (nicht einfach wenn man so aufgeregt ist) und normal verhalten müssen.

So ist es auch mit der Zwangsstörung. Wenn man sich mittendrin befindet scheint in Panik zu verfallen und immer mehr dagegen anzukämpfen die geeignete, Christus-ehrende Antwort zu sein und doch treibt es einen Teufelskreis an der alles schlimmer macht. So sehr es auch der Intuition widerspricht, sie müssen in Wirklichkeit das genaue Gegenteil dessen tun was die Angst ihnen sagt.

Das ist das Ungefährliche, Gott ehrende, das sie tun müssen, nur es wird sich nicht danach anfühlen. Angst fühlt sich wie ein Freund an der sie absichert und ihnen hilft ein besserer Mensch zu sein, ist aber in Wirklichkeit ein heimtückischer, grausamer Parasit der uns das geistliche Leben aussaugt und Gott des Ruhmes beraubt den er verdient. Deshalb drehen sie es um. Entscheiden sie sich Gott zu ehren indem sie, unabhängig von all ihrer Unruhe, akzeptieren, dass sie, durch Christus, von Gott angenommen sind.


Warum ist Angst für Gott entehrend? Als Christus für die Sünde der Welt starb (jede Einzelne ihrer Sünden eingeschlossen) verwirklichte der Gott des Unerreichbaren das Unerreichbare. Sie sind gereinigt – makellos rein – und vollkommen angenommen vom heiligen Gott, nicht aufgrund dessen was sie getan oder nicht getan haben, sondern weil der ewige Sohn Gottes mit ihnen den Platz am Kreuz getauscht hat. Als der allmächtige Gott auf seinen unschuldigen Sohn am Kreuz sah sah er nicht Jesus Perfektion, sondern ihren moralischen Dreck. Dann entfesselte Gott all seinen Zorn gegen Jesus bis kein bisschen Wut mehr übrig blieb. Letztendlich war es Jesus möglich zu röcheln, „ Es ist vollbracht!“ und er starb (Johannes 19,30 Elberfelder Bibel). Er erduldete all dies, so dass, wenn sie einfach im Glauben auf ihn schauen, der erstaunliche Austausch getan ist. Wenn der Heilige Gott sie nun ansieht, sieht er nicht ihre Sünde sondern Jesus‘ Reinheit und moralische Perfektion. Diese atemberaubende Wahrheit wird hier zusammengefasst.

    2 Korinther 5,21 (Elberfelder Bibel) Den, der Sünde nicht kannte [Jesus], hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.

Der Austausch hat nicht stattgefunden damit wir unser eigenes armseliges Bestreben nach Gerechtigkeit haben könnten, sondern damit wir Gottes Gerechtigkeit haben können. Darüber hinaus ist es, wie Jesus verkündete, vollbracht. Es besteht keine Notwendigkeit mehr zu kämpfen, zu bitten, zu flehen, Tränen zu vergießen oder was auch immer. Es ist ausgestanden. Sie sind göttlich angenommen und bestätigt, dank Jesus.

Trotz dieser geistlichen Realität bringt uns die Zwangserkrankung dazu in Panik zu verfallen und uns ständig auf einen Maulwurfshügel zu fokussieren bis dieser sich in unserem Kopf zu einem gewaltigen Berg auftürmt. Ehren sie Gott daher indem sie das Gegenteil tun. Lassen sie den Maulwurfshügel sogar komplett wegschrumpfen indem sie ihn ignorieren.

Eine Zwangsstörung ist wie ein lästigster Juckreiz der unentwegt gekratzt werden will. Wenn sie es, trotz des heftigen Drangs, lassen wird er sich letztendlich beruhigen. Geben sie dem Drang jedoch nach und tun was in diesem Moment normal wäre – kratzen – wird es ihnen kurzzeitig Erleichterung bringen, aber der Juckreiz wird bald, sogar stärker als zuvor, zurückkehren. Zum Beispiel kann kratzen bei Ekzemen sogar zu einer Infektion führen. Diesen lästigen Juckreiz auszuhalten und das Kratzen zu verweigern ist quälend und fühlt sich sehr unnatürlich an, aber es ist der einzige Weg zu verhindern dass es schlimmer wird als je zuvor.

Das ist das Dilemma dem sie gegenüberstehen: werden sie tun was sich natürlich anfühlt und dem Schuldgefühl, dem ungewollten Gedanken oder Zweifel die Aufmerksamkeit geben die er ihnen scheinbar abverlangt, oder werden sie Gott vertrauen dass er damit umgehen kann? Werden sie diesen Glauben ausleben indem sie bewusst nichts tun, ungeachtet des aufreizend starken Drangs dem täuschenden Gefühl oder Gedanken zu glauben oder dagegen anzukämpfen oder um Vergebung zu bitten oder was auch immer sie sonst dagegen getan haben? Werden sie ihren Glauben auf Jesus oder auf ihre eigenen Anstrengungen setzen? Werden sie im Glauben akzeptieren, dass das was ihnen als schrecklich gewaltiger Berg erscheint, aufgrund ihres allmächtigen Retters, gar nichts bedeutet? Oder wollen sie sich verhalten als sei er erbärmlich schwach und bräuchte ihre Schinderei, ihren Kampf und ihr Bestreben?

Grundsätzlich heißt eine Zwangsstörung haben von Angst kontrolliert zu werden. Die exakte Beschaffenheit der Angst variiert von Person zu Person (und von Zeit zu Zeit). Bei einer religiösen Zwangsstörung läuft es normalerweise auf eine Art Angst hinaus unverzeihlich zu sein - oder zu werden. Dies führt dann wiederum normalerweise zu Menschen die in irgendeiner Art von Ritual gefangen (im Sinne von abhängig) sind, von dem sie sich vergeblich erhoffen es könnte ihre Angst lindern. Religiöse Beispiele sind um Gottes Vergebung zu flehen, es jemandem zu beichten, bei jemandem Rückversicherung zu suchen oder sich selbst zu quälen (ungeachtet der Tatsache dass Christus für uns gequält wurde). Es beinhaltet oftmals die Vermeidung von Dingen die Angst auslösen könnten, wie z.B. das Lesen der Bibel, Gottesdienstbesuche oder das Gebet. Die Angst wird zu so einem Monster dass sogar das Aufhören oder das Vermeiden der albernen Rituale furchterregend wird.

* * *

Sie können nicht verhindern dass die Angst sie plagt, aber sie können aufhören zu tun was sie verlangt. Es ist nicht ihre Entscheidung ob sie von Angst verfolgt werden wo sie auch hingehen, aber es ist ihre Entscheidung ob sie sich umdrehen und ihr folgen und sie zu ihrem Gott erheben indem sie alles tun was sie verlangt. Was die Angst tut ist deren Sache, aber was sie tun ist ihre Sache.

Christen haben ernste Probleme.
  Sie müssen ernst sein, denn würden sie lächeln,
  könnten wir sehen,
  dass sie keine Zähne haben.

                – Grantley Morris

Es ist nicht das Ziel zu versuchen die Angst zu stoppen, sondern ihr nicht zu gehorchen. Warten sie nicht darauf dass die Angst aufhört sie zu plagen bis sie sich entscheiden die Angst nicht länger ihre Taten bestimmen zu lassen – sie würden für alle Zeiten warten wenn sie diesen Weg gingen. Machen sie stattdessen unabhängig der Anwesenheit von Angst weiter. Lassen sie die Angst brüllen. Sie ist ein klauenloser, zahnloser Tiger. Trotz allem Anschein sie wäre bösartig, ist sie doch nur ein Gefühl. Sie ist ungefährlich. Der einzige Weg wie sie sie verletzen kann ist wenn sie sich ihr ergeben indem sie tun was sie sagt. Sich von Angst beherrschen zu lassen bedeutet, unnötigerweise zuzulassen, dass ein bloßes Gefühl zu einem lebenskontrollierenden Tyrannen wird.

Niemand von uns möchte Gott in unseren Leben vom Thron stoßen und ihn, als unsere Quelle der Wahrheit (der Wahrheit an die wir glauben), der wir gehorchen, durch Angst ersetzen. Dennoch ist es eine Falle in die wir leicht tappen. Gott sei Dank kann diese Katastrophe in nur einem Augenblick wieder gut gemacht werden – genauso wie ein Alkoholiker jederzeit Nein zu einem Drink sagen kann. Es ist jedoch schwer die Angst dauerhaft vom Thron fernzuhalten, genauso wie es für einen Alkoholiker außerordentlich schwer ist, Tag für Tag Nein zu sagen. Unabhängig davon ob es eine Sucht der Angst zu folgen oder danach dem Drang zum Trinken zu folgen ist, ist die erste Woche so ziemlich die Schwerste. Jedoch wird die Verführung in alte Muster zu verfallen danach von Zeit zu Zeit wieder quälend stark sein. Genau das ist die Natur einer überwundenen Sucht. Halten Sie während dieser Zeiten durch, und das Leben wird besser und besser werden.

Seine Energie darauf zu verschwenden Zweifel, Gefühle und Gedanken zu bekämpfen wäre wie wenn ein Athlet inmitten eines Marathonlaufs ständig den Kurs verlassen würde um irgendwelche Menschen zu schelten weil sie ihm nicht Applaudieren. Konzentrieren sie ihre Bemühungen auf den echten Feind: Angst. Der echte Kampf wird dadurch gewonnen dass sie sich weigern sich von Angst dahingehend schikanieren zu lassen ihr zu gehorchen und dadurch dass sie glauben dass sie, durch Jesus, bereits gewonnen haben. Das ist herausfordernd wenn es ein Lebensstil geworden ist der Angst zu gehorchen. Dennoch können sie es schaffen. Wenn sie sich auf einem Weg befinden ist es leichter für sie wenn sie nie ausrutschen und hinfallen. Was am Ende zählt ist jedoch nicht wie oft sie ausrutschen sondern wie oft sie aufstehen. Egal wie schwer es auch zu scheinen mag, wenn sie jedes Mal wieder aufstehen und weitermachen werden sie es schaffen.

    Micha 7,8 Elberfelder Bibel Freue dich nicht über mich, meine Feindin! Denn bin ich gefallen, stehe ich wieder auf . . . .

    Sprüche 24,16 Elberfelder Bibel Denn siebenmal fällt der Gerechte und steht doch wieder auf…

Ein Gerechter? Das sind sie, dank Jesus.


Meine Frau, die extrem unter Angst litt, fand diese Art das Vaterunser zu nutzen erstaunlich effektiv. Was sie besonders überraschte ist, dass sie, bis der Herr es ihr zeigte sie, dieses Gebet nie als einen Weg gesehen hatte dringend benötigte Erleichterung zu finden. Ihr wurde beigebracht das Vaterunser selbstbezogen und beträchtliche Mühe beinhaltend, als vielmehr gottbezogen und mühelos, zu verstehen. Dann gibt es da noch all jene für die das Gebet den Sinn eines bedeutungslosen Rituals hat. Damit es für sie persönlich funktioniert müssten auch sie dieses Gebet in einer Art und Weise benutzen, die für sie neu ist. Es könnte ein wundervolles Abenteuer sein.

Versuchen sie sich in Moses hinein zu versetzen, der Stunde um endlose Stunde, Monat um Monat die Schafe seines Schwiegervaters hütete als sie jenseits der Wüste wanderten. Keine Menschenaufläufe. Kein Telefon. Keine Filme. Keine Musik aus der Konserve; nur das gelegentlich Blöken eines Schafs oder der entfernte Ruf eines Raubvogels. Kein Straßenverkehr zu Stoßzeiten; nur der langsame Rhythmus der Jahreszeiten. Denken sie an David wie er als Hirtenjunge aufwuchs oder an Andere die auf das Wachsen ihrer Feldfrüchte warteten. Was für ein Gegensatz zum Druck von heute. Was für eine Erleichterung es wäre ein Prozent von ihrer Stille und ihrem entspannten Lebensstil zu haben.

Versuchen sie sich vom Druck zu befreien etwas tun zu müssen während sie über das Vaterunser nachdenken. Lassen sie jedes Bedürfnis etwas in einer bestimmten Zeit erreichen zu müssen los. Entspannen sie sich im Gebet. Es ist absolut in Ordnung wenn eine Stunde vergeht in der ihre Gedanken, für die Erkenntnis nur eines Wortes des Gebets, umherschweifen, da Gedanken, wie grasende Schafe, oft vom Weg abkommen und es so scheint als würden sie zu keinem Ergebnis führen.

Machen sie es sich, wenn möglich, bequem. Es könnte auch sein dass sie es gut finden das Gebet mit ruhiger Atmung abzustimmen. Atmen sie tief durch ihre Nase ein und durch ihren Mund aus. Das kann helfen einen angespannten Körper zu beruhigen.

Vater unser im Himmel,

Dies ist der Fokus den jede verzweifelte Person braucht: das Irdische loslassen – wenn auch nur für einen Moment – und im Himmlischen zu verweilen; nicht auf die menschlichen Unzulänglichkeiten und Sorgen zu schauen, sondern auf unseren siegreichen Herrn der in der Höhe regiert. Obendrein ist er nicht unnahbar, sondern er ist ihr Vater. Vergessen sie die menschlichen Nachahmungen: Er ist perfekt. Lassen sie ihre Sorgen vergehen: ihr Wohl liegt in der Zuständigkeit ihres Vaters.

geheiligt werde dein Name.

Lassen sie seine Belange ihre Eigenen ersetzen.

Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Verlieren sie sich im größeren Zusammenhang: Alles was wirklich zählt ist Gottes perfekter Wille. Überlassen sie sich ihm wie ein frierende Person einem warmen Bad.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Schütten sie ihr Herz aus. Übergeben sie ihm die Verantwortung ihre Bedürfnisse zu erfüllen und sogar die Entscheidung darüber was ihre Bedürfnisse wirklich sind. Er ist ihr Versorger, nicht nur materiell, sondern auch in jeder anderen Beziehung. Er wird sich zur rechten Zeit um ihre Bedürfnisse kümmern. Lassen sie sich nicht von der Zukunft verwirren. Der ewige Gott hat das im Griff. Das Heute ist alles was zählt.

Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Sie befinden sich nicht in Gegenwart eines verdammenden sondern eines vergebenden Gottes. Er hegt keinen Groll. Ruhen sie darin und lassen sie zugleich ihren eigenen Groll dahinschwinden. Die angenehme Erleichterung wird sich so anfühlen als befreiten sie sich von Kletten an ihren Socken.

Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Lassen sie den Gott der grenzenlosen Weisheit, der allein unendliche Intelligenz und unendliches Wissen besitzt, ihren Führer sein. Übergeben sie ihm die Führung ihres Lebens.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Es kommt nicht auf ihre Kraft und Herrlichkeit an, sondern auf seine. Verlieren sie sich in der Größe des Allmächtigen, dem Gott des Unerreichbaren, dem höchsten Sieger. Durch Christus haben sie geistliche Einheit mit dem Perfekten. Wie der Weinstock und seine Rebe (Johannes 15), sind sie Teil von ihm und er ist Teil von ihnen. Durch diese Vereinigung haben sie seine Gerechtigkeit, seine Weisheit, seine Kraft. Sonnen sie sich darin. Anstatt sich wegen ihres Versagens fertig zu machen, füllen sie ihr Herz mit Lobpreis für ihn. Freuen sie sich an ihm.

Nebenbei bemerkt beginnt das Gebet nicht mit Vater mein – so aufregend wahr das auch ist – sondern mit Vater unser und verbleibt das ganze Gebet über im Plural.

Vielleicht weiß oder interessiert es niemanden auf der Welt was sie gerade durchmachen (tatsächlich würde es unzählige Tausende kümmern wenn sie es wirklich wüssten) aber ganz egal wie einsam oder ausgestoßen sie sich fühlen, sie sind nicht allein. Akzeptieren sie es oder nicht: Sie sind ein Teil des Leibes Christi:

    1 Korinther 12, 15, 21-23, 26 (Elberfelder Bibel) „Wenn der Fuß spräche: Weil ich nicht Hand bin, gehöre ich nicht zum Leib; gehört er deswegen nicht zum Leib?…“ „Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht; oder wieder das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht. Sondern gerade die Glieder des Leibes, die schwächer zu sein scheinen, sind notwendig; und die uns die weniger ehrbaren am Leib zu sein scheinen, die umgeben wir mit größerer Ehre; und unsere nichtanständigen haben größere Anständigkeit; …“ „Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; …“

Bedenken sie die Stelle zu Beginn von 1 Korinther 10, 13:

    „Keine Versuchung hat euch ergriffen als nur eine menschliche;…“ (Elberfelder Bibel)

    Es gibt weiterführende Hilfen bei Angstzuständen, aber zu schnell voranzuschreiten wäre kontraproduktiv. Diese und die vorige Webseite lediglich zu lesen würde kaum mehr bewirken als Medizin verschrieben zu bekommen und sie im Regal stehen zu lassen. Bei beiden Webseiten ist es als würden sie lesen wie man körperlich stärker wird. Sie werden nicht helfen solange sie nicht trainieren was dort steht, und es wird keine schnellen Veränderungen geben. Sie müssen weiter üben bis es für sie eine tief verwurzelte Gewohnheit und danach ein Lebensstil wird. Das braucht Zeit und Hingabe, aber sie können es schaffen.

    Warten sie nicht damit das zu tun, bis sie stark beansprucht sind. Je stärker beansprucht sie sind, desto schwieriger wird es das zu tun. Der Schlüssel bei quasi jedem Training ist es mit dem Leichten anzufangen und dann zum Schwereren überzugehen, wenn sie geübter werden.

    Die folgende Grafik stammt aus einem Stich der gegen Ende des Mittelalters entstand. Er will die Gelassenheit eines Heiligen inmitten eines entsetzlichen dämonischen Angriffs zeigen. In Anbetracht der ungewöhnlichen Empfindsamkeiten von Leuten mit Zwangserkrankung, habe ich das Gesicht des Heiligen vergrößert damit sich dies in ihr Gehirn einbrennt, anstatt dass sie von den grotesken Darstellungen der Dämonen in Schrecken versetzt werden. Es ist jedoch nichts Falsches daran einen künstlerische Darstellung von Dämonen zu sehen. Falls sie, nachdem sie sich auf das Gesicht des Heiligen fokussiert haben, den vollen Stich sehen wollen, können sie hier die erweiterte Darstellung sehen.

    demons

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    Sind Gefühle so wichtig wie wir meinen?